Neustädter Markt und Hauptstraße
Bedeutende städtebauliche Komposition aus mehreren Zeitschichten
   
 

Städtebau:

 

Heinz Michalk (Stadtarchitekt Dresdens 1972-89),
Kurt W. Leucht, Konrad Lässig, Günther Grünberg

Architekten: Siegmar Schreiber, Wolfgang Schumann, Erich Kuphal und Kollektiv

Günther Gruner, Heinz Mersiowsky und Kollektiv (Ladenunterbauten und Gaststätten)

Günter Kretzschmar (Freiflächengestaltung)
Bauzeit:   1974- 79
Adresse:   Hauptstraße (ehemals "Straße der Befreiung", Neustädter Markt, Sarrasanistraße (ehemals "Straße der Einheit")
  Städtebau Innere Neustadt mit symmetrischer Flügelanlage, Skizze: Architekturführer Dresden 1978
  Panorama-Fotocallage vom Neustädter Markt und der Hauptstraße 1980
    Panorama: © Günter Kretzschmar 1980 vom Dach des Blockhauses auf den Neustädter Markt und die Hauptstraße, Vergrößerung

Die Neuanlage des Neustädter Marktes und der Hauptstraße gelten nach der Prager Straße als zweitwichtigste Gestaltung eines urbanen Freiraumes der Dresdner Innenstadt während der DDR-Zeit. Sowohl in einer der ersten Anwendungen der WBS 70-Plattenbautypen als auch im Umgang mit historischer Bausubstanz stellt diese komplexe Quartiersbebauung in der Neustadt Dresdens eine außergewöhnliche Leistung dar.

Es wurde hier eine weitere Fußgängerzone errichtet, die einen großen Zuspruch erhielt und bis heute als beliebtes innerstädtisches Zentrum der Kernstadt angenommen wird.
Von Anfang der Planungen wurde die strahlenförmig sich weitende Hauptstraße in ihren barocken Fluchtlinien respektiert. Allerdings erfolgte der Wiederaufbau des bedeutenden Platzes unter Aufgabe der beiden vom Platz führenden Seitenstraßen.
Dennoch ist die Anlage eine Neuinterpretation mit eigenem Wert (Foto 1977).
Neben dem Einsatz vom standardisierten Plattenbautyp
WBS 70 wurden im nordwestlichen Teil der Hauptstraße vorhandene Bürgerhäuser restauriert.
Die fünfgeschossige Bebauung erhielt Ladenvorbauten in Stahlskelettbauweise und eine horizontale Fassadengliederung, die jedoch nach der Sanierung in den späten 1990er Jahren nicht mehr erkennbar ist. Plastische Betonbrüstungselemente und markante Leuchtreklame unterstrichen die aufwändige Ausführung.


Das Besondere an dieser Reurbanisierung im ehemals barocken Stadtkern entlang der Hauptstraße ist der öffentliche Freiraum ohne jeden Autoverkehr. Die lebendige Ladenstraße mit Restaurants, Bistros, Cafés, Bibliothek, einem Museum und einem Theater galt damals als "freundlichste Straße Dresdens". Entstanden war ein großstädtischer Boulevard mit hoher Aufenthaltsqualität - eine in der DDR und im internationalen Maßstab herausragend städtebauliche komplexe Leistung.
Als große Gemeinschaftsarbeit haben Städtebauer, Architekten, Landschaftsgestalter, Designer, Werbegestalter, Kunsthandwerker und Dresdner Künstler für ein in dieser Art seltenes Zusammenspiel gesorgt, einschließlich Freiraumplanung + Stadtmöblierung. Dazu gehörten auch die neu aufgestellten Sandsteinskulpturen, zwei Nymphenbrunnen von Thomae (transloziert von den ehemaligen Eckgebäuden), eine repräsentative neue Messinguhr, Schmuckvasen, aber auch die zwei historische Fahnenmasten und nicht zuletzt die Sanierung der Reiterdenkmals selbst, welches bereits 1956 in der Zeit des "Tauwetters" auf dem Neustädter Markt, neu vergoldet, wieder aufgestellt worden war.
 
Den Platz flankieren die beiden neuen Brunnenanlagen von Friedrich Kracht (sie stehen mittlerweile unter Denkmalschutz), die dezidiert eine moderne Formensprache an den Tag legen und dennoch elegant die Symmetrie der Anlage betonen. Eine Metallkugel wird von drei halbrunden Scheiben aus geschliffenem Terrazzo umschlossen.
Ein weiteres Markenzeichen des Raumes ist neben der historischen Platanenallee die Platzbegrünung rund um die beiden Brunnen am Neustädter Markt und um das Sächsische  Volkskunstmuseum, welche letztlich auch einem besseren Mikroklima dient.
 
Es ist eben nicht eine klassische europäische Shoppingmeile  mit großen Kaufhäusern, sondern ein Boulevard mit Erlebnischarakter, zu dem eindeutig der grün geprägte öffentliche Raum des Neustädter Marktes zählt.

Vergleicht man das Projekt Innere Neustadt mit dem Aufbau der Johannstadt Nord 1972-74, dann ergibt sich durchaus, was den öffentlichen Raum angeht, ein extremer Qualitätssprung mit erheblich mehr Aufwand und künstlerischem Einsatz. (Leider ist von den Kunstwerken heute nur noch ein Bruchteil zu sehen.)
Ebenso im Bereich Kunsthandwerk und Formgestaltung ist sowohl in den Inneneinrichtungen als auch im Freiraumbereich ein höherer Anspruch anvisiert worden. Besondere Sorgfalt wurde auf die Werbegestaltung der Neonschriften über den Ladenzeilen gelegt, die am Abend farbige Popart-Effekte entfalteten. (2) Realisiert hatte die Leuchtelemente die einzige Privatfirma der DDR in diesem Bereich "Neon Müller Dresden" (nmd Licht am Bau GmbH).

Altbauten

Besonders ist die Einbeziehung der vorhandenen Altbausubstanz. Bereits ein Jahr vor dem internationalen Denkmalschutzjahr 1975 wurde in Dresden schon mit Beginn der konkreten Planung 1974 begonnen, den Blick auf die noch vorhandene Bausubstanz der Allee zu lenken. 3) Die fünf noch existierenden Bürgerhäuser an der Hauptstraße sind dann durchaus vorbildlich saniert worden, eine Leistung, die in Fachkreisen auf viel positive Resonanz stieß. Zum Beispiel konnte von der Dresdner Denkmalpflege der barocke Zustand annährerungsweise wieder hergestellt werden.
Natürlich darf man in der Beurteilung dieses Ensembles die dahinter weiter voran schreitende Vernachlässigung der Altbausubstanz nicht ausblenden. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie z.B. die Einrichtung der „Galerie Rähnitzgasse“ 1981 (jetzt "Kunsthaus") in einem denkmalgeschützten Barockhaus.
Aber im Allgemeinen wurden keine finanzielle Ressourcen für die Pflege der Altbauten bereit gestellt. Immerhin kam jetzt keine Kahlschlagsanierung mit Flächenabrissen mehr in Frage.

Darüber hinaus wurde das Kügelgenhaus mit der Wohnung des ehemaligen Dresdner Malers Gerhard von Kügelgen als "Museum der Dresdner Frühromantik" eingerichtet, auch ein Eingehen auf die Dresdner Geschichte (jenseits des postulierten Arbeiterklassenpathoses) und eine ihrer bis heute idenditätsprägenden Strömungen mit bürgerlicher Prägung.
Infos: www.stmd.de/kuegelgenhaus

Positiv ist dieser innerstädtische Wiederaufbau eines gesamten Quartiers heraus zu heben, zieht man in Betracht, welche Pläne noch 10 Jahre vorher 1967 existierten mit dem "gesellschaftlichen Erlebnisweg". Da waren immense Abrisse und ein neuer städtebaulicher Höhepunkt am komplett umgebauten "Platz der Einheit" (von KPD + SPD) geplant (Foto). Aber dieser riesengroße Kraftakt kam im Zuge des parallel laufenden ambitionierten Wohnungsbauprogramms in den neuen Satellitenstädten nicht zustande (u.a. Prohlis mit
10 000 neuen  Wohnungen 1976-80). Die stagnierenden Planungen für den "Platz der Einheit" sind der Grund, dass die Fortführung der Fußgängerzone nach Norden erst in den späten 1980ern erfolgte, als der Albertplatz mit postmodernen Ansätzen in reformierter Plattenbauweise bebaut wurde.

Verkehr

Tatsächlich war im Generalbebauungsplan 1967 überhaupt nicht an eine überbreite Durchgangsstraße am Neustädter Markt gedacht. Ganz im Gegenteil sollte der Platz hier verkehrsberuhigt fast zur Sackgasse werden und der Hauptverkehr über die Marienbrücke Richtung "Platz der Einheit" fließen. Von diesen Planungen wurde dann schon 1969 Abstand genommen, weil der neu geschaffene Nord-Südverkehrszug über die Carolabrücke den Verkehr Richtung Autobahn im Norden sowie ebenfalls nach Radebeul im Westen just über die Köpckestraße lenken sollte. Der Neustädter Markt wurde so komplett von einer Tangente zerschnitten und durch einen Fußgängertunnel erschlossen (zugeschüttet 2016).

Der geplante Abschluss des Neustädter Marktes zum Süden und dem Fluss hin kam in der Spätphase der DDR nicht mehr zustande. Ein Wahrnehmen des Platzes als Ganzes ist somit nicht mehr gegeben, auch wenn die Freianlagen durchaus große Qualität aufweisen.
Fertig gestellt wurde dagegen 1986 bis 89 der II. Bauabschnitt in nördlicher Richtung mit dem Jorge- Gomondai- Platz (seit 2007 so benannt), der ebenfalls eine korrespondierende städtebauliche Figur erhielt. Sie ist quasi ein Pendant und als Einheit zu betrachten mit dem Neustädter Markt.

Wohnungsbau

Die Wohnbauserie 70 war Anfang der 1970er Jahre von Wilfried Stallknecht und Achim Felz in der Deutschen Bauakademie und Mitarbeitern der Technischen Universität Dresden entwickelt worden. Dieser neue Plattenbautyp WBS 70 sollte seine Leistungsstärke auch in Dresden bei dem Vorzeigeprojekt der Inneren Neustadt unter Beweis stellen. Es konnte rationell, preisgünstig, schnell und in gewisser Weise trotzdem repräsentativ gebaut werden. Hier an der Hauptstraße mussten die typisierten Bauten für die Unterfangungen der Ladenpassagen extra angepasst werden. Alle Treppenhäuser und die Anlieferungen konnten an den Rückseiten plaziert werden. Entstanden waren keine monotonen strengen Blöcke, sondern die neue Baureihe WBS 70 ermöglichte eine erstaunliche Flexibilität.
 
Nach Fertigstellung der Wohnbauten in dieser zentralen Lage wurden diese sehr gut von den Bewohnern angenommen - nicht nur an der Hauptstraße (dort in moderater Höhe) sondern auch an der Sarasanistraße mit 10-stöckiger Bebauung oder in der Großen Brüder Straße mit 6 Etagen. Zu den 1000 Wohnungen kamen Kindergarten und Krippe im östlichen Innenhof sowie eine Schule. Das Quartier hat sich bis heute mit seinen Lokalen und diversen Anziehungspunkten auch am Abend eine Lebendigkeit bewahrt.

Städtebaulich negativ wirkte, dass die repräsentativen oder rigorosen Plattenbauten (je nach Blickwinkel) weitestgehend das westlich der Hauptstraße gelegene im Original erhaltene barocke Altbauviertel abriegelten. Verbindungsstraßen wie die Heinrichstraße oder die Rähnitzgasse wurden bewusst überbaut. Lediglich schmale Durchgänge im EG erlauben eine Passage.
Ganz klar war dieses Bauvorhaben ein Prestigeprojekt und wurde zielgerichtet am 07. Oktober 1979, dem 30.Geburtstag der DDR, mit viel Propaganda übergeben.

Urbanisierungsschub mit Alt- und Neubauten

Ja, die Ruinen an der Großen Meißner Gasse und das Neustädter Rathaus wurden 1950 oberirdisch gesprengt. Noch 1962/63 wurde das wiederaufbaufähige Palais Wackerbarth abgerissen. Unter heutigen finanziellen Mitteln hätte man diese Bauten erhalten. Dennoch muss man auch feststellen, dass einige historische Gebäude mit viel Aufwand wieder aufgebaut wurden, so u.a. Blockhaus durch Manfred Arlt (1978 bis 82), Jägerhof (1952 bis 54), Markthalle (1978-81 Teilsanierung), Japan. Palais (1951 bis 87), Dreikönigskirche (1984-90 durch die evangelische Kirche) und eben jene Bürgerhäuser an der Hauptstraße, u.a. mit dem Kügelgenhaus.
Die erhaltenen Tonnengewölbe des ehemaligen Neustädter Rathauses fanden als „Meißner Weinkeller“ Wiederverwendung, sind jedoch seit der Elbeflut 2002 geschlossen.

Negativ ist zu sehen, dass die historischen Bauten auf diesem Areal teilweise bereits in den frühen 1950er Jahren gesprengt wurden. Die maßstablosen Großraumplanungen der 1960er Jahre wurden dann jedoch nicht realisiert. Stattdessen entstand eine differenzierte, komplexe Anlage aus historischen Altbauten und vielen neuen unterschiedlichen Typenbauten, die für diese spezielle Situation durch Ladenunterbauten angepasst wurden.
Damit ist ein beachtlicher Ausgleich geglückt als Balance zwischen Gegenwartsarchitektur, die das Beste aus standardisierten Platten herausholte und historischen Reminiszenzen mit dem Einbeziehen der vorhandenen barocken Bürgerhäuser. An deren Gesimshöhe passten sich die neuen Wohn- und Geschäftszeilen an, die darüber hinaus einen großzügigen Arkadengang erhielten.


Die Verkehrsberuhigung von sanierten historischen Quartieren zu Fußgängerbereichen lag voll im Trend der späten 1970er und beginnenden 1980er Jahre weltweit.
Beispiel: Fußgängerzone Alter Arbat in Moskau Umbau 1981-1986 mit Sanierung der Altbausubstanz. Kopenhagen Straße Strøget seit 1962 Fußgängerzone ohne Autoverkehr.
Belgrads berühmte „Knez Mihailova Uliza” gestaltete man 1987 ebenfalls zum Flanierboulevard. Die Straße „Na příkopě” (Graben) in Prag wurde 1985 zur pedestriane zone.
https://en.wikipedia.org/wiki/Pedestrian_zone

 

Zukunft: die große Geste als Freiraum erhalten

In Zukunft sollte bei Beurteilung des Neustädter Marktes die städtebauliche Qualität des Platzes als schöpferische Weiterentwicklung einer historischen Figur mehr respektiert werden Seine weit geöffneten Flügelbauten in einer einladend offenen Form wirken als große Geste. Angesichts des kaum noch zu zählenden Verlustes an DDR-Gebäuden und - Ensembles durch Stadtbildstürmerei, gerade auch in Dresden (4), sollte hier eine der letzten Gelegenheiten ergriffen werden, eine markante Komposition zu erhalten und mehr zu würdigen. Immerhin scheint mittlerweile ein Teil-Abriss der Vonovia-Häuser vom Tisch. Die unsanierten Plattenbauten, die erheblich zum schlechten Images des Platzes beitrugen, können nun endlich modernisiert werden. Den Platz landschaftsgestalterisch aufzuwerten und den östlichen Brunnen zu sanieren, bleiben Aufgaben für die nahe Zukunft. Ebenso die geplanten Neubauten südlich des Platzes.

Allen voran steht die bessere Überquerung des Platzes und der Rückbau der Verkehrsschneise Köpckestraße.


Wettbewerb und neue Akteure

Wettbewerbsergebnis 2019
Städtebaulicher und Freiraumplanerischer Ideenwettbewerb Königsufer und Neustädter Markt. 1.Preis:
Prof. Bernd Albers, Architekt in Berlin, mit Prof. Günther Vogt, Landschaftsarchitekt in Berlin/Zürich
www.dresden.de

Bürgerinitiative Neustädter Freiheit
www.neustädter-freiheit.de
Bürgerschaftliches Engagement zur Freihaltung des Platzes
auch hier: www.facebook.com/NeustaedterFreiheit
Zusätzliche Infos: www.neustaedter-markt-dresden.de


Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden
www.neumarkt-dresden.de/neustaedter-markt
Die GHND möchte als neuen Infopavillon ab 2023 einen Nachbau der barocken Turmhaube des Neustädter Rathauses auf dem Neustädter Markt aufbauen. Letztlich stellt diese Maßnahme die Symmetrie des Ensembles in Frage und ist umstritten.

Professur für Geschichte der Landschaftsarchitektur und Gartendenkmalpflege der TU Dresden:
23.09.2020
Chancen für den Neustädter Markt

www.vonovia.de
Neustädter Markt: Bezahlbares Wohnen im Zentrum und nahe an der Elbe. Die Sanierung von 120 Wohnungen beginnt.



1974-80: Aufbaugebiet Innere Neustadt

Das „Aufbaugebiet Innere Neustadt“ schließt den südlichen Bereich der Hauptstraße zum Neustädter Markt ab. Hier wird ein komplett neues Ensemble geschaffen, das sich mit großer Geste zum Fluss und zur Altstadt hin öffnet. In den flügelartig geöffneten Platzseiten verbinden sich die Zeitströmungen der internationalen Moderne, mit ihren typischen 60°-Abwinklungen (hier 65°), und die dafür ganz untypische Symmetrie, mit der hier versucht wird, die barocke Grundstruktur neu – gewissermaßen in weltstädtischem Format – zu interpretieren.

Aus: Thomas Will: Dresden Königsufer:
Rahmenbedingungen für eine Bebauung zwischen Hotel Bellevue und Finanzministerium. 2017

mehr Infos:

www.ostmodern.org
(Infos zu Hauptstraße und Neustädter Markt)


www.kretzschmar-partner.de
Günter Kretzschmar, der Schöpfer des Freiraums 1979, hat mit seinem Landschaftsgartenbüro auch an der Weiterentwicklung des Stadtraums Hauptstraße und Neustädter Markt 2002-05 mitgewirkt.

Heinz Michalk: Der Fußgängerboulevard Straße der Befreiung in Dresden. In Architektur der DDR, Heft 4/1981.

Antje Kirsch, Zwei Brunnen am Neustädter Markt. Unveröffentlichtes Typoskript, Dresden 2016.

1) Die vier Sandsteinreliefs mit drei Stadtmodellen unterschiedlicher Zeit am südlichen Fußgängertunnel-Ausgang schufen: Dietrich Nitzsche, Egmar Ponndorf und Vinzenz Warnitschke. Eine Darstellung von Peter Makolies zeigt die Hauptstraße im Stil der 1920er Jahre. Es sollte dringend nach einem neuen Aufstellungsort für diese vier Kunstwerke im Umfeld gesucht werden. Die Plastik vom Hofnarren Fröhlich stammt von Heinrich Apel.

2) Werbegestalter in den Bereichen Metall/ Glas/ Kunststoff/ Keramik waren: Sigwart Geihsler, Gerhard Hempel, Wolfgang Hennig, Bernd Hoffmann, Hermann Krüger, Jürgen Schulz, Günter Seibt.

3) Die DDR nahm wie alle Länder des Ostblocks nicht offiziell am europäischen Denkmalschutzjahr 1975 teil, hat jedoch mit verschiedenen Sanierungsprojekten und durch Teilnahme an internationalen Konferenzen den Prozess im Sinne der "Pflege des Kulturerbes" reflektiert.

4) Peter Ufer: Eine Stadt verschwindet.
In Dresden werden nach und nach Gebäude aus DDR-Zeiten abgerissen. Schleichend geht ein architektonischer Teil der Elbestadt verloren. Sächsische Zeitung vom 01.03.2019


Text: Thomas Kantschew   (Oktober 2020)

 


Generalbebauungsplan Verkehr 1967 (Ausschnitt Dresden Innere Neustadt) Generalbebauungsplan Dresden 1967 (Ausschnitt Innere Neustadt) Vergrößerung des gesamten Planes. Eine Überbauung der Rähnitzgasse war anfangs nicht vorgesehen.


Vergrößerung - Stadtmodell u. Planungen Dresden Innere Neustadt 1969, (Quelle. Sächsische Zeitung 04.07.1969)

Plan des Freiraums vom Neustädter Markt und der Hauptstraße
Vergrößerung "Grüne Räume in der Stadt" Skizze von Günter Kretzschmar, (Quelle: Architektur der DDR 4/1981, S. 221-227)


Vergrößerung (PDF) Planauschnitt des Neustädter Marktes - Entwurfsplan von Günter Kretzschmar

Neustädter Markt mit Brunnen von Kracht und Adler, Foto: 1980
Neustädter Markt mit Brunnen von Kracht und Adler, Foto: 1980. Aus: IX. Kunstausstellung der DDR, Katalog 1982, Vergrößerung

Hauptstraße (ehem. "Straße der Befreiung" mit sanierten Bürgerhäusern, Foto: 1980
Hauptstraße (ehem. "Straße der Befreiung" mit sanierten Bürgerhäusern, Foto: 1980. Aus: IX. Kunstausstellung der DDR, Katalog 1982, Vergrößerung

Hauptstraße mit fertig gestellten Neubauten, Foto: 1980
Hauptstraße mit fertig gestellten Neubauten, Foto: 1980. Aus: IX. Kunstausstellung der DDR, Katalog 1982, Vergrößerung

nterführung am Neustädter Markt mit Beispielen architekturbezogener Kunst, Foto: 1980
Unterführung am Neustädter Markt mit Beispielen architekturbezogener Kunst, Foto: 1980. Aus: IX. Kunstausstellung der DDR, Katalog 1982, Vergrößerung

ahreszahlen der Erbauungszeit 1714 und des Sanierungsjahres 1979 in der Kartusche, Bürgerhaus Hauptstraße, Foto: 2014
Jahreszahlen der Erbauungszeit 1714 und des Sanierungsjahres 1979 in der Kartusche, Bürgerhaus Hauptstraße, Foto: 2014 TK, Vergrößerung

Umgang mit Geschichte: Sandsteinrelief mit einer Stadtansicht von "Alten Dresden"
Umgang mit Geschichte: Sandsteinrelief mit einer Stadtansicht von "Alten Dresden" um 1700 an der Rampe zur Fußgängerunterführung von Vinzenz Wanitschke (1), Foto: 2014 TK, Vergrößerung

Rähnitzgasse mit Blick zu den Plattenbauten am Neustädter Markt von ihrer Rückseite, Foto: 1987
Rähnitzgasse mit Blick zu den Plattenbauten am Neustädter Markt von ihrer Rückseite, Foto: 1987 Thomas Kantschew (TK), Vergrößerung

Rähnitzgasse mit der 1981 sanierten Kunstgalerie (jetzt "Kunsthaus"). Die Straße wird zur Sackgasse. Foto: 1987
Rähnitzgasse mit der 1981 sanierten Kunstgalerie (jetzt "Kunsthaus"). Die Straße wird zur Sackgasse. Foto: 1987 Thomas Kantschew, Vergrößerung

Noch unsanierter Brunnen auf der östlichen Seite des Neust. Marktes, Foto: 2014
Noch unsanierter Brunnen auf der östlichen Seite des Neust. Marktes, Foto: 2014 Thomas Kantschew, Vergrößerung

Blütenbaumbrunnen von Eva Peschel links neben dem Volkskunstmuseum, Foto: 2014
Blütenbaumbrunnen von Eva Peschel links neben dem Volkskunstmuseum, Foto: 2014 Thomas Kantschew, Vergrößerung

auptstraße mit originalen Barockskulpturen (zur Zeit eingelagert im Lapidarium)
Hauptstraße mit originalen Barockskulpturen (zur Zeit eingelagert im Lapidarium), Foto: Inger Sørensen 2007, Vergrößerung

Neustädter Markt: Eiscafé Kristall mit Pop-Art-Werbegestaltung
Neustädter Markt: Eiscafé Kristall mit Pop-Art-Werbegestaltung. Foto: Postkarte

Beschnittene Platanengruppe am Neustädter Markt mit einer viertelrunden Aussparung um den westlichen Brunnen
Beschnittene Platanengruppe am Neustädter Markt mit einer viertelrunden Aussparung um den westlichen Brunnen, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung


Sanierte und unsanierte WBS70-Plattentypenbauten am Neustadter MarktSanierte und unsanierte WBS70-Plattentypenbauten am Neustadter Markt
, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung


Straßenkreuzung am Neustädter Markt mit Goldenem Reiter
Straßenkreuzung am Neustädter Markt, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

Freiraum mit Landschaftsarchitektur am Neustädter Markt 2020
Freiraum mit Landschaftsarchitektur, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

Hauptstraße mit alten Platanen, Foto: 2020
Hauptstraße mit alten Platanen, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung


Gut im Original erhaltene Plattenbauten an der Großen Meißner Straße, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

Sächsisches Volkskunstmuseum und 10-stöckiges Hochhaus am Carolaplatz
Sächsisches Volkskunstmuseum und 10-stöckiges Hochhaus am Carolaplatz , Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

orge Gomondai-Platz (2. Bauabschnitt Hauptstraße 1986-89)
Jorge Gomondai-Platz (2. Bauabschnitt Hauptstraße 1986-89), Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

translozierter Brunnen Nymphe mit Fisch (ursprüngl. vom ehem. Eckbau dahinter)
translozierter Brunnen Nymphe mit Fisch (ursprüngl. vom ehem. Eckbau dahinter), Kopie 1938 nach Original 1742,
Sanierung Platten-Eckbau: Knerer & Lang, Foto: T.Kantschew 10/2020, Vergrößerung

Aktueller Zustand Neustädter Markt und Hauptstraße Mitte November 2020:

Fotos: Peter Schubert- K4 Verlag

Das Blockhaus im Vordergrund wird zur Zeit für das Archiv der Avantgarden (AdA) umgebaut.
Das Blockhaus im Vordergrund wird zur Zeit für das Archiv der Avantgarden (AdA) umgebaut.  Vergrößerung
  Hauptstraße und Neustädter Markt
Hauptstraße und Neustädter Markt.  Vergrößerung
Gesamtansicht der Inneren Neustadt
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  Köpckestraße und Neustädter Markt
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  Neustädter Markt mit Westflügel
Neustädter Markt mit WestflügelVergrößerung
Neustädter Markt mit Ostflügel
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Königsufer u. Neustädter Markt Südseite
Königsufer u. Neustädter Markt Südseite. Vergrößerung
Wohnhof Sarasanistraße
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Wohnhof und Albertstraße
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  Hauptstraße 2. Bauabschnitt u. Albertplatz
Hauptstraße 2. Bauabschnitt u. Albertplatz.  Vergrößerung
  Symmetrie Neustädter Markt
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Hauptstraße und Goldener Reiter.   Vergrößerung
  Neustädter Markt Südwestseite mit Hotel Bellevue
Neustädter Markt Südwestseite mit Hotel Bellevue.  Vergrößerung